Das Forschungsseminar ist Bestandteil des neuen Masterstudiengangs. Es richtet sich an alle Studierenden, die nach der neuen Studienordnung 2007 in den Masterstudiengängen eingeschrieben sind, ist jedoch generell für alle Studierenden empfehlenswert, die demnächst eine Masterarbeit/Diplomarbeit anfertigen.
Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind absolute Voraussetzungen. In Absprache mit dem jeweiligen Betreuer kann das Seminar auch in Englisch bearbeitet werden, aber auch dann sind gute Sprachkenntnisse Voraussetzung.
Forschungsseminar Arbeitswissenschaft
Veranstaltungsart:
Seminar
Zeit:
2. und 23. Mai 2011, 13:00-15:00;
alle weiteren Termine nach Vereinbarung
Raum:
nach Vereinbarung
Dozent:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ralph Bruder und Mitarbeiter
Beginn:
18. April 2011
Themen
Themenfeld >>Neue Arbeit<<
Zunehmende Verbreitung neuer Beschäftigungsverhältnisse verändert die Erwerbsarbeit. Es ist eine zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeit, Qualifikationsanforderungen, Arbeitsort, Entlohnung, Erwerbsbiographie etc. festzustellen. Im Themenfeld >>Neue Arbeit<< werden Aufgaben bearbeitet, die sich mit der zukünftigen Arbeitsgestaltung befassen. (Betreuerin: Helfert)
Coworking: Freiberufler, Kreative, kleinere Startups oder digitale Nomaden, die unabhängig voneinander agieren oder in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sind, arbeiten in meist größeren Räumen zusammen und können auf diese Weise voneinander profitieren.
Vertrauensarbeitszeit: Bei diesem Modell der Arbeitsorganisation, steht die Erledigung vereinbarter Aufgaben im Vordergrund, nicht die zeitliche Präsenz des Arbeitnehmers.
e-Work: Unter diesem Begriff werden verschiedene Arbeitsformen zusammengefasst, bei denen Mitarbeiter zumindest einen Teil der Arbeit außerhalb der Gebäude des Arbeitgebers verrichten. Oftmals werden die Arbeitsergebnisse dabei dem Arbeitgeber über digitale Kanäle übermittelt. So können die Kompetenzen von Mitarbeitern weiter genutzt werden, die nicht regelmäßig im Büro erscheinen können, zum Beispiel wegen Kinderbetreuung.
Bürokonzepte: Welche Konzepte bieten prinzipielle Lösungen für die funktionalen Erfordernisse, stellen Werte der Organisationskultur räumlich dar, gliedern die Arbeitsabläufe und bilden den Rahmen für ihre Anpassungsfähigkeit?
Work-Life-Balance: Work-Life-Balance beschreibt die Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt.
Zukunftsforschung: Mit welchen Methoden schätzen Zukunftsforscher mögliche zukünftige Entwicklungen ab?
Gerne können Sie auch eigene Aufgaben in diesem Themenbereich vorschlagen.
Themenfeld >>Innovation<<
Wie kommt das Neue in die Welt? Im Themenfeld >>Innovation<< werden Aufgaben bearbeitet, die sich mit der Entstehung von Innovationen befassen. (Betreuerin: Helfert)
Innovationsklima und Innovationskulturen: Unter welchen Rahmenbedingungen bzw. organisatorischen Voraussetzungen in einem Unternehmen entstehen Innovationen?
Innovationsfelder der Zukunft: Durch Recherche in Literatur, Internet, Medien, Kunst, Messen, etc. sollen aktuelle Zukunfts-Technologien sowie Felder mit großer Nachfrage an Innovationen zusammengetragen werden. Diese Arbeit eignet sich für eine Gruppe oder kann in Teilaspekten an Einzelpersonene vergeben werden.
Innovationsmethoden: Für einen Innovationsworkshop sollen Kreativmethoden gesammelt und systematisiert werden.
Gerne können Sie auch eigene Aufgaben in diesem Themenbereich vorschlagen.
Themenfeld >>Warnsysteme<<
(Betreuer: Schultheis)
„User centred design" bezogen auf Warnsysteme: In diesem Forschungsseminar soll die ISO Norm 9241-210 näher bertachtet werden. In der Praxis existieren bereits sogenannte „Guides", die den Anwender zu einem menschzentriertem Produkt hinführen. Hier soll recherchiert und analysiert werden, ob diese Vorgehensweisen auch für Warnsysteme einsetzbar sind. Die in der Norm vorgeschlagenen Methoden sind auf ihre Vollständigkeit zu prüfen und/oder durch evtl. in diesem Kontext passendere zu ersetzen.
Menschbezogene Entwicklung von Warnsystemen: Für dieses Forschungsseminar soll Literatur zum Thema „Human Factors Engineering" recherchiert werden. Die gefundenen Quellen sollen dann in Bezug auf die Entwicklung moderner Warnsysteme analysiert werden. Ziel ist es zu erfahren, welche menschbezogenen Faktoren, in diesem Prozess, besondere Priorität besitzen.
Recherche und Analyse akustischer Warnsysteme: Akustische Warnsysteme kommen in einer Vielzahl von Situationen zur Anwendung. In diesem Forschungsseminar soll recherchiert werden welche Anforderungen (laute Umgebung, darf den Gewarnten nicht erschrecken, Gehörbeeinträchtigungen im Alter, usw.) ein solches System zu erfüllen hat und welche Parameter bei der Umsetzung zu beachten sind.
Themenfeld >>Arbeitsorganisation<<
Knowledge-Engineering in der Ergonomie: Die Ergonomie hat in den letzten Jahrzenten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, die für die praktische Arbeits- und Produktgestaltung relevant sind. Allerdings finden die Erkenntnisse aus verschiedenen Gründen nur spärlich Einzug in die gestalterische Praxis. Es stellt sich daher die Frage, wie dieses Wissen dem Benutzer kontextorientiert zugänglich gemacht werden kann. Dieser Themenschwerpunkt bietet spannende Arbeiten rund um die Themen Verwendung, Repräsentation und Visualisierung von ergonomischem Wissen in der praktischen Gestaltung. (Betreuer: Perott)
Gestaltung von Tätigkeitswechseln in modernen Produktionssystemen: Ziel der Literaturanalyse ist eine Zusammenstellung von Gestaltungsempfehlungen bei körperlicher Belastung und Beanspruchung in der Montage sowie die Ableitung arbeitswissenschaftlich begründeter Empfehlungen bei der Planung von Steh-Geh-Arbeitsplätzen in modernen Produktionssystemen (Stichworte: schlanke Montage-Linien, Chaku-Chaku, U-Shapes). Im Rahmen dieser Analyse sollen diese Produktionssysteme beschrieben sowie vorhandene Erkenntnisse zur Belastung und Beanspruchung beim Wechsel von Stehen, Gehen und Sitzen zusammengestellt und systematisiert werden. (Betreuer: Wagner)
Methode der Zeitaufschreibung: In diesem Forschungsseminar soll in einer Literaturstudie der aktuelle Stande zur dieser arbeitswissenschaftlichen Methode erarbeitet werden. Aktuellen Einsatzbereiche und thematische Umfelder recherchiert werden und mit einer beispielhafte Auswertung vorhandener Daten abgeschlossen werden. Dieses Forschungsseminarthema ist geeignet für eine Person. (Betreuerin: Feith)
Analyse und Systematisierung existierender Managementsysteme zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement, zur Betrieblichen Gesundheitsförderung und für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Industrieunternehmen: Ziel der Arbeit ist es, veröffentlichte Managementsysteme und Konzepte des betrieblichen Gesundheits- und Arbeitsschutz unter folgenden Aspekten zu analysieren:
• Welche Elemente beinhalten/betrachten die Managementsysteme und Konzepte?
• In welchen Themenbereichen werden Vorgaben/Forderungen aufgestellt?
• Welche Ziele werden konkret damit verfolgt?
Abschließend sind die identifizierten Ansätze zu systematisieren und Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus zu arbeiten. (Betreuer: Bierwirth)
Themenfeld >>65+<<
Im Themenfeld >>65+<< werden Aufgaben bearbeitet, die sich mit der wachsenden Gruppe der über 65-Jährigen beschäftigen. (Betreuerin: Helfert)
Arbeitsgestaltung für Ältere: Welche Aspekte der Arbeitsgestaltung (z.B. Arbeitszeit, Aufgabenverteilung, Kommunikation, Handlungsspielräume, Verantwortung, etc.) sind für ältere Arbeitnehmer wichtig? Wie sieht eine gute Gestaltung dieser Kriterien aus? Welche Hilfen und Assistenztechnologien bieten sich an?
Wissensweitergabe zwischen Älteren und Jüngeren: Durch welche Werkzeuge, z.B. Informations- und Kommunikations-Technologien, kann der Wissenstransfer von Arbeitnehmern, die kurz vor dem Ruhestand stehen, zu jungen Arbeitnehmern abgesichert werden? Womit lassen sich intergenerative Aktivitäten fördern? Es sollen geeignete Werkzeuge sowie Best-Practice-Fälle in diesem Bereich recherchiert werden.
Wie wollen Menschen alt werden? Im Rahmen dieses Forschungsseminars sollen Studien recherchiert und ausgewertet werden, die sich mit der Frage auseinander setzten, wie Menschen im Alter wohnen, arbeiten und leben wollen.
Altengerechtes Wohnen: Wie werden Wohnraum, Treppen, Eingänge, etc. gestaltet, damit eine Wohnung altengerecht wird? Welche Richtlinien und Normen gibt es? Welche Vorschriften gelten für Altenheime und Krankenhäuser?
Gerne können Sie auch eigene Aufgaben in diesem Themenbereich vorschlagen.
Themenfeld: Ergonomische Gestaltung in der Flugsicherung
(Betreuer: Perott/Schader)
Für die Gestaltung von Flugsicherungssystemen spielen ergonomische Gesichtspunkte eine zentrale Rolle. Neben technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen müssen zahlreiche ergonomische Anforderungen an Arbeitsraum, Arbeitsplatz und Arbeitsmittel berücksichtigt werden. Ziel des Forschungsseminars ist die Erstellung einer Checkliste für einen bestimmten Gestaltungsbereich in der Flugsicherung, welche von den Entwicklern in der Praxis genutzt werden kann.
Bestandteil des Seminars ist eine Exkursion zur Deutschen Flugsicherung. Die besten Studierenden erhalten zudem die Möglichkeit Ihre Ergebnisse bei der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH in Langen zu präsentieren.
Mögliche Gestaltungsbereiche sind beispielsweise:
> Displays
> Bedienteile
> Touchscreens
> Konsolen
> Softwareergonomie
Weitere mögliche Aufgabe: Im Rahmen der „NextGen"-Initiative in den USA und des Single European Sky-Konzepts werden sich Flugsicherungssysteme weltweit in den nächsten Jahrzehnten dramatisch verändern. Neue Technologien im Flugverkehr verändern auch die Arbeitsbedingungen in der Flugsicherung. Ein integrales Element dabei ist der Einsatz von immer leistungsfähigerer IT-Technik, die viele Aufgaben des Fluglotsen automatisieren wird. Dieses Forschungsseminar untersucht, wie die zukünftige Funktionsaufteilung zwischen Mensch und Maschine sicher und effizient gestaltet werden kann.
Aufgaben
- Veranstaltung mit flexibler Terminfindung (ca. 4 gemeinsame Termine) - Eigenständiges Recherchieren in Bibliotheken und Internet
- Erstellen von Bewertungskriterien und Systematisieren von Inhalten
- Korrektes Zitieren und Erstellen von Literaturangaben
- Vortrags- und Diskussionstraining
Auskünfte für organisatorische Fragen
Bitte bewerben Sie sich direkt beim Betreuer um die Aufgabenstellung!
Anmeldung bis 18. April 2011 bei Dr.-Ing. Marlene Helfert
Ansprechpartnerin:
Dr.-Ing. Marlene Helfert
Raum: L1|01 514
E-Mail: helfert
iad.tu-darmstadt.de